Inhaltsangabe:"Dies ist die Geschichte über einen Mann namens Harold Crick und seine Armbanduhr. Harold Crick war ein Mann unendlicher Zahlen, endloser Berechnungen und bemerkenswert spärlicher Worte. Und seine Armbanduhr war sogar noch wortkarger." Mit diesem Off-Kommentar von einer weiblichen Stimme gesprochen beginnt diese abgefahrene Komödie. Harold Crick (Will Ferrell) ist seit 12 Jahren Steuerprüfer und funktioniert so präzise wie seine Uhr, von der er sich sein Leben diktieren lässt. Ansonsten ist er allein. Und isst allein. Und lebt allein. An einem Mittwoch geschieht es dann: Harold hört plötzlich die weibliche Stimme aus dem Off, die sein Leben kommentiert. "Es war bemerkenswert, wie die einfachen, bescheidenen Elemente von Harolds Leben, die gerne als selbstverständlich angesehen werden, zum Auslöser für ein vollkommen neues Leben wurden."
Der erste, den Harold mit dem Phänomen der Stimme konfrontiert, ist sein Kollege Dave (Tony Hale), der einzige, mit dem er an seinem Arbeitsplatz auch mal ein privates Wort wechselt. Doch Dave kann keineswegs die Dimension des Phänomens abschätzen, von dem ihm Harold berichtet. "Ich werde verfolgt", vertraut Harold Dave an, "ich werde von der Stimme einer Frau verfolgt." Mehr als ein inneres Achselzucken vermag dieses Geständnis bei Dave nicht auszulösen. Statt zu reagieren, gibt er Harold die Akte einer Bäckerei, bei der eine Steuerprüfung vorgenommen werden soll.
Freundlich ist der Empfang dort nicht, den die attraktive Bäckerin Ana Pascal (Maggie Gyllenhaal) und ihre Kundschaft Harold bereiten. Er wird im Chor als "Steuer-Penner" beschimpft. Ana hat 22% der zu zahlenden Steuern einbehalten und dafür auch eine triftige Begründung parat: "Ich befürworte wirklich, dass zum Beispiel Schlaglöcher ausgebessert, Schaukeln aufgestellt und Obdachlosen-Asyle eingerichtet werden. Ich bin mehr als damit einverstanden dafür Steuern zu zahlen. Wofür ich mich aber so gar nicht begeistern kann, ist der Prozentsatz, der von der Regierung verwendet wird für nationale Verteidigung, Konzernsubventionen und Wahlkampfspenden-Fonds. Also habe ich diese Steuern nicht gezahlt." Trotz Anas offener Aggressivität und unverhohlener Angriffslust kann sich Harold ihrer erotischen Ausstrahlung nicht entziehen. Seine unsortierten Gedanken schweifen irritierenderweise in völlig andere Gefilde als in die der Steuereintreibung ab ...
Szenenwechsel: Eine Frau steht auf dem Dach eines Hochhauses, raucht eine Zigarette und blickt in die Tiefe. In einem Papiertaschentuch drückt sie den Glimmstengel aus und springt ...
Penny Escher (Queen Latifah) rauscht in das Büro von Karen Eiffel (Emma Thompson), einer hochangesehenen Schriftstellerin und der Frau, die wir gerade noch in die Tiefe springen sahen und die jetzt auf ihrem Schreibtisch steht. Penny ist die Allzweckwaffe ihres Verlags, die immer dann eingesetzt wird, wenn Autoren unter einer Schreibblockade leiden. Und das tut Karen ziemlich heftig und auch schon seit längerer Zeit. Penny stellt sich vor und erklärt, dass sie noch niemals bei der Auflösung einer Schreibblockade versagt habe. Und sie hat offenbar vor auch bei Karen nicht zu scheitern. "Stellen Sie sich vor von einem Dach zu springen", fordert Karen Penny auf, doch die hat dazu nicht die geringste Lust. Karen, so stellt sich heraus, hat die Figur des Harold Crick erfunden und sinniert nun wohl schon seit einiger Zeit darüber, wie sie ihn sterben lassen könnte.
Harold hat sich inzwischen in die Obhut des Psychologen Dr. Cayly (Tom Hulce) begeben, doch der, so verrät ihm die Stimme seiner Autorin aus dem Off, ist ein Idiot und redet nur puren Blödsinn. Sein Ratschlag: Harold soll Urlaub machen. Auf dem Heinweg bleibt Harolds Armbanduhr plötzlich stehen, und Karen kommentiert diesen Umstand wie folgt: "Er ahnte nicht, dass dies der Auslöser sein sollte für seinen bevorstehenden Tod." Harold wird zu Hause von Panik erfasst. Er will nicht sterben. Die Stimme schweigt zunächst, dann stellt sie die Diagnose: "Schizophrenie." Auch die Psychotherapeutin Dr. Mittag-Leffler (Linda Hunt) kommt nach Befragung des Patienten zum Schluss: "Schizophrenie." Harold hat erkannt, dass er Teil eines Prosastückes ist. Die Ärztin rät zunächst zu Medikamenten, dann aber ändert sie ihre Meinung: "Ich würde sie an jemanden verweisen, der sich in Literatur auskennt." Und das ist Prof. Jules Hilbert (Dustin Hoffman) ...
Der Professor findet Gefallen an der Aufgabe herauszufinden, welcher Art die Literatur sein könnte, in der Harold die Hauptrolle spielt: Komödie oder Drama, oder welcher Autorin könnte die Stimme gehören? Er macht einen umfangreichen Test mit Harold, lässt ihn Tagebuch führen und mit jedem Treffen kommen beide der Lösung des Rätsels ein kleines Schrittchen näher.
Harold trifft im Bus auf Ana, die sich zuerst von ihm abwendet, sich dann aber doch auf eine Unterhaltung einlässt, die Harold allerdings so peinlich wird, dass er 27 Blocks zu früh aussteigt.
Um die Handlung von Harolds Roman zum Stillstand zu bringen und womöglich seinen nahen Tod zu verhindern, rät Hilbert seinem "Klienten" einen Tag zu Hause zu verbringen und so gut wie nichts zu tun. Das geht auch einige Stunden gut, bis der auf seinem Sofa sitzende und Tierdokumentationen glotzende Harold von einem unglaublichen Lärm aufgeschreckt wird: Ein Abrissbagger reißt ein riesiges Loch in seine Wohnzimmerwand. Nach einem kurzen Disput mit den Bauarbeitern stellt sich heraus, dass diese sich in der Hausnummer geirrt haben ... Harold findet bei Dave Unterschlupf, das aber löst nur einen ganz geringen Teil seiner Probleme. Das Hauptproblem formuliert Professor Hilbert so: "Sie sind nicht Herr Ihres Schicksals. Machen Sie Ihr Leben zu dem, was Sie schon immer wollten ..."
Also tut Harold das, was er schon immer wollte: sich eine Gitarre kaufen und spielen lernen. Doch die nächste Überraschung in Harolds Leben bringt eine entscheidende Wende: Bei Professor Hilbert, der inzwischen eine Liste der in Frage kommenden Autoren von Harolds Lebensplot aufgestellt hat, flimmert ein 10 Jahre altes Interview mit Karen Eiffel über den Bildschirm - und Harold identifiziert ihre Stimme als die Stimme aus dem Off. Es ist die, die noch immer sein Leben kommentiert ... Jetzt heißt es handeln. Doch wird es Harold möglich sein, Realität und Fiktion miteinander zu vereinen? Eine ziemlich schräge Vorstellung ...
- FSK:
- ab 6 Jahren
- Land/Jahr:
- USA 2006
- Regie:
- Marc Forster
- Produzent:
- Lindsay Doran
- Schauspieler:
- Will Ferrell, Maggie Gyllenhaal, Dustin Hoffman, Queen Latifah, Emma Thompson
- Laufzeit:
- ca. 113 Minuten
- Bildformat:
- 16:9 Widescreen (1.85:1), 1920 x 1080p, HIGH DEFINITION
- Ton:
- Dolby Digital 5.1 (Deutsch, Englisch, Spanisch, Italienisch), PCM 5.1 (unkomprimiert) (Deutsch, Spanisch)